Wanderorte Riffian und Kuens bei Meran in Südtirol

Über Kuens




kuens

Kuens, die mit 1,66 km² flächenmäßig kleinste Gemeinde Südtirols, liegt an einem sonnigen Hang am Eingang des Passeiertales. Um 718 schenkt der Bayernherzog Grimoald der bischöflichen Kirche Freising auf Bitten des Bischofs Korbinian die Gegend Cainina. Korbinian lässt einen Maierhof anlegen und eine Kirche zu Ehren der hl. Valentin und Zeno errichten. 1150 wird Kuens urkundliche Pfarre. 1291 erhält die Kirche – laut Ablassbrief – den hl. Mauritius und seine Gefährten zum neuen Schutzpatron. 1386 verleihen die "Gmain" zu Dorf Tirol und die Herren von Schloss Auer "den Leuten des Berges Kains aus Gnade und auf Bitten" das Recht, einen "neuen" Waal aus dem Finelebach anzulegen, den "Kuenser Waal". 1534 regelt das Dorfbuch das Zusammenleben der Menschen in der Dorfgemeinschaft, in der "Gmain". 1901 wird der hl. Korbinian als Ortspatron und als Mitpatron der Kirche von Rom aus bewilligt.

Kuen befindet sich in einer klimatisch besonders begünstigten Gegend. Die umgebenden Berge, insbesondere die Texelgruppe, bilden einen Schutzwall gegen die kalten Nordwinde. Die durch das breite Etschtal vordringenden warmen Strömungen können ungehindert in die Meraner Weitung vordringen. Kein anderes Gebiet des Burggrafenamtes wird mit einer vergleichbaren Sonnenscheindauer bedacht. Die Vegetation zeigt daher noch alle Anzeichen jenes nahezu mediterranen Charakters, der die Umgebung von Meran so anziehend macht.

Der Weinbau war für ein Jahrtausend der bedeutendste Wirtschaftszweig des Dorfes. Seit dem Zweiten Weltkrieg gingen der Acker- und Weinbau sowie die Viehwirtschaft stark zurück, während der Obstbau stark anstieg. Seit den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts spielt auch der Fremdenverkehr eine beträchtliche wirtschaftliche Rolle.

Die heutige Kirche zu den Heiligen Mauritius und Korbinian reicht mit ihren Langhausmauern noch in die romanische Zeit zurück, während das tonnenartige Gewölbe des Kirchenschiffes um 1615/16 eingezogen und der ganze Bau um die Mitte des 19. Jahrhunderts verlängert wurde. Der Chor mit seinem originellen Maßwerk sowie das Spitzbogenportal reichen in das 15. Jahrhundert zurück. Die Südwand der Kirche zieren Fresken aus dem Ende des 14. Jahrhunderts.